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Am 7. April feiert Kirgisistan den Tag der Aprilereignisse, der seit 2016 ein staatlicher Feiertag ist. Tag der April-Ereignisse
Hintergrund
Das neuzeitliche Kirgisistan hat zwei Volksrevolutionen erlebt, die mit einem Machtwechsel verbunden waren. Die erste fand am 24. März 2005 statt und ging als unblutig in die Geschichte des Landes ein, da die Absetzung und der Rückzug von Präsident Askar Akajew nahezu friedlich verlief, obwohl es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Anhängern der Opposition kam. Auslöser der Revolution waren die Parlamentswahlen im Februar, deren Ergebnis von der politischen Opposition angezweifelt wurde. Die von ihr initiierten Kundgebungen breiteten sich im ganzen Land aus und erreichten am 24. März 2005 Bischkek. Infolge von Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Demonstranten besetzten letztere das Regierungsgebäude. Der Präsident selbst floh zu diesem Zeitpunkt mit seiner Familie aus dem Land. Nach erneuten Präsidentschaftswahlen übernahm Kurmanbek Bakijew, einer der Führer der oppositionellen Kräfte, das Amt des Staatschefs.
7. April 2010
Am 7. April 2010 kam es in Kirgisistan zu einer neuen Revolution, ausgelöst durch die Unzufriedenheit mit der Herrschaft von Bakijew. Ihm wurde, wie auch dem vorherigen Staatschef, vorgeworfen, die Macht an sich gerissen zu haben und von den Grundsätzen der Demokratie abzuweichen. Die zweite Volksrevolution in Kirgisistan kann jedoch nicht als friedlich oder unblutig bezeichnet werden, denn er kam zu Todesopfern. Die Schüsse kamen von beiden Seiten – sowohl von der Seite der Präsidentengarde als auch von den Oppositionsvertretern, die sich sammelten und die Regierungsgebäude stürmten. Infolge der Aktionen der Opposition wurden die Gebäude des Parlaments und des Fernsehzentrums eingenommen und das Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft niedergebrannt. Dem Präsidenten Bakijew gelang es, Bischkek und später das Land zu verlassen. Eine Übergangsregierung übernahm die Macht. Bei den Auseinandersetzungen kamen mehr als 80 Menschen ums Leben. Weitere Todesopfer wurden durch Unruhen verursacht, die das Land mit den April-Ereignissen erfassten, die zu einem blutigen interethnischen Konflikt führten.
Die Wirtschaft der Republik hatte sich in eine Krise befunden, budgetrelevante, strategische Wirtschaftssektoren wie die Förderung von Bodenschätzen, die Energieversorgung und weitere hatten nicht mehr für den Staat gearbeitet, sondern im Interesse einer einzigen Familie.
Im Lande herrschte Korruption, die Strafverfolgungsbehörden, Richter sowie lokalen Machtstrukturen lösten alle Probleme mit Hilfe von Geld. Die Besetzung öffentlicher Ämter war auf der Grundlage von örtlichen und verwandtschaftlicher Beziehungen erfolgt, der Protektionismus erblühte.
Das Bildungs-, Kultur- und Erfahrungsniveau der Staatsbediensteten sank stark ab und wurde zu einem Störfaktor für die Gesellschaft.
Ein weiterer Grund für den Sturz des Bakijew-Regimes war die Entfremdung der Regierung von der Gesellschaft sowie der Stau über einen langen Zeitraum hinweg ungelöster sozialökonomischer Probleme.
Die Geduld des Volkes, das sich Gerechtigkeit wünschte, war am Ende, das hatte zur Revolution und zum Sturz von Bakijew geführt.
Gedenken

Im Dezember 2011 wurde der 7. April durch ein Dekret des Präsidenten der Kirgisischen Republik zum Gedenktag deklariert - dem Tag der Aprilrevolution. Im Jahr 2016 wurde dieser Tag per Gesetz zu einem arbeitsfreien Tag erklärt Und heute finden an diesem Tag im ganzen Land zahlreiche Festveranstaltungen und Volksfeiern statt, sie erinnern an den Sieg des Volkes im Kampf um die Demokratisierung der Gesellschaft statt. Gleichzeitig werden an der Gedenkstätte Trauerveranstaltungen für die Toten von damals, die während der April-Ereignisse 2010 für die Freiheit des Volkes gestorben sind, durchgeführt.
Namen der Opfer
- Abdrazakow Almazbek Asanbekowitsch
- Abdyldajew Kudasch Turdukalijewitsch
- Abydshanow Alischer Adilbekowitsch
- Achmetow Parchat Ablashanowitsch
- Ainidinow Adilet Syrtbajewitsch
- Aiyltschijew Emilbek Turdubekowitsch
- Ajyltschijew Azizbek Tursunbekowitsch
- Akmatow Timur Scheradilowitsch
- Aktanow Tschingis Scharschenalijewitsch
- Aldajarow Salamat Myrzalijevtsich
- Altynbekow Tenizbek Taabaldijewitsch
- Arakejew Altynbek Toktobekowitsch
- Aschyralijew Salamatbek Abdijewitsch
- Aschyrow Kudurataly Mamirasilowitsch
- Ashymambetow Akylbek Shanybekowitsch
- Bejschejew Nurlan Shumaschewitsch
- Bekbojew Kanatbek Kubanytschbekowitsch
- Bekmambetow Raschit Saidinowitsch
- Belekow Bakytbek Karymschakowitsch
- Bostonbajew Maksat Özgörüschöwitsch
- Dootalijew Bajastanbek Arypbekowitsch
- Dshamansarijew Mirlan Sultanbekowitsch
- Dubanajew Akylbek Kamalowitsch
- Durusbekow Berdibek Turgunalijewitsch
- Elikbajew Tolobek Urkunbekowitsch
- Ergeschow Mirlanbek Kalilowitsch
- Esenbaj Uulu Adyl
- Imanbek Uulu Akylbek
- Isajev Esenbek Beischebajewitsch
- Itikejew Altynbek Dokturkanowitsch
- Kadyralijew Mirlan Aliaksarowitsch
- Kamajew Usenbek Ömürbekowitsch
- Kambarow Akshol Abdurasulowitsch
- Kamtschijew Machamadshan Abdrasulowitsch
- Karasartow Adilet Süjündükowitsch
- Karimow Asylbek Sultanalijewitsch
- Kazijew Marat Zamirowitsch
- Kerimow Eldijar Maratbekowitsch
- Koshobekow Rachatbek Malikowitsch
- Kubatbek Uulu Misirbek
- Kudaibergenow Sholdoschbek Taalaibekowitsch
- Kulakunow Schabdanbek Sholdoschewitsch
- Kulubajew Shyrgalbek Sowetbekowitsch
- Kuschtsch Nikita Wiktorowitsch
- Kydyralijew Tschubak Sarbaldajewitsch
- Maksutow Edil Akmatowitsch
- Maksymbekow Maralbek Satylganowitsch
- Mambetalijew Adilet Tölönowitsch
- Mambetalijew Syrgak Zarlykowitsch
- Minbajew Ernist Tungatarowitsch
- Musajev Tscholponbek Bekbaatyrowitsch
- Nasyrow Askat Murzabajewitsch
- Nazarbekow Kazbek Kazakowitsch
- Nijazalijew Emilbek Kydyrbekowitsch
- Nurgazijew Shalil Bejschejewitsch
- Ogombajew Shyldyzbek Madalbekowitsch
- Omuralijew Erlanbek Shanygulowitsch
- Omurbek Uulu Adyl
- Osekejew Emilbek Schamschijewitsch
- Saadabajew Yrysbek Kanatbekowitsch
- Sagynajew Aitbek Turusbekowitsch
- Sagyndykow Talant Arystanbekowitsch
- Sapitow Zairbek Erekulowitsch
- Sarybajew Taalaibek Kadyrowitsch
- Satybaldijew Bekbosyn Madinowitsch
- Schabdanbek Uulu Altynbek
- Schambetow Rustam Djuschenkulowitsch
- Schijan Ilja Wladimirowitsch
- Schymyrbajew Altynbek Buralchijewitsch
- Sejdesanow Kümüschbek Süjütbekowitsch
- Shangazijew Nurbek Matreschkejewitsch
- Shantajew Erlan Kasymowitsch
- Shanyschbajew Apsamat Abdyraimowitsch
- Sheenaljew Maksatbek Taalaibekowitsch
- Sholtschubek Uulu Urmat
- Shumajew Myrzabek Usenowitsch
- Shumaschew Danijar Sujerkulowitsch
- Sultanalijew Emil Orozbekowitsch
- Tabaldijew Nursultan Toktomatowitsch
- Takyrbaschew Edil Damirbekowitsch
- Toibajew Kairat Alexandrowitsch
- Tscharginow Bedil Schamilewitsch
- Tschyngyschew Kanatbek Shyrgalbekowitsch
- Turdalijew Mirlanbek Orokmamatowitsch
- Tursunalijew Akylbek Tölönowitsch
- Usen Uulu Dastan
- Usukejew Altynbek Ömürbekowitsch
- Ysyjew Bekkul Rachmanowitsch
- Zamir Uulu Rustam
Die Feierlichkeiten am 7. April sind eine Hommage an die Helden, die ihr Leben für ihr Heimatland und für die lichte Zukunft Kirgisistans geopfert haben. Der Gedenkkomplex „Bala-Bejit“, der sich neben „Ata-Bejit“ befindet, ist zu einem Denkmal für den Kampf gegen das autoritäre und korrupte Regime von K. Bakijew und die Ungerechtigkeit in der Geschichte geworden.