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Die wichtigsten Informationen in diesem Museum sind den historischen Persönlichkeiten gewidmet, die in den Jahren 1920-1930 die Grundlagen für die Entstehung und Entwicklung der kirgisischen sowjetischen nationalen Staatlichkeit gelegt hatten und später Opfer der stalinistischen Repressalien wurden.
Repressalien und der Große Terror
Eine Repressalie (lateinisch repressio - Unterdrückung) ist eine Strafmaßnahme, die von staatlichen Behörden angewendet wird.
Die stalinistischen Repressalien waren politische Massenrepressalien, die in der UdSSR während des Stalinismus (1921-1953) durchgeführt wurden. Die Opfer der Repressalien wurden wegen politischer (konterrevolutionärer) Verbrechen zu Gefängnis bzw. Verbannung verurteilt und/oder mit der Todesstarfe belegt. Die Repressalien hatten schwerwiegende negative demografische Folgen für die gesamte sowjetische Gesellschaft.
Der Große Terror, die Periode der Massenrepressalien und politischer Verfolgung in der UdSSR, fällt in die Jahre 1937-1938. Dieser Massenterror fügte der Wirtschaft, der Politik, dem soziokulturellen Bereich und der militärischen Kraft der Sowjetunion erheblichen Schaden zu. Die ideologische Grundlage der Repressalien Stalins war das Konzept der „Verschärfung des Klassenkampfes im Zuge der Vollendung des Aufbaus des Sozialismus“, das Stalin auf dem Plenum des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Bolschewiki (b) im Juli 1928 vorgestellt hatte. Das Hauptziel der Straforgane der UdSSR war die Ausrottung der „Volksfeinde“.
Zwischen 1921 und 1954 wurden in der UdSSR insgesamt 3.777.380 Personen durch das Kollegium der Gemeinsamen Staatlichen Politischen Leitung OGPU - die NKWD-“Troikas“- durch Sondersitzungen, das Militärkollegium, Gerichte und Militärtribunale verurteilt, davon 642.980 Menschen mit Todesurteil, mit Lagerhaft wurden 2.369.220 Menschen bestraft, und 765.180 Menschen wurden zu Verbannung und Ausweisung verurteilt.
Repressalien in Kirgisistan
Während des betrachteten Zeitraums nahmen die Repressalien in Kirgisistan Massencharakter an und erreichten ihren Höhepunkt, dabei fügten sie der sozialen und politischen Entwicklung der Gesellschaft großen Schaden zu. Nach unvollständigen Angaben wurden in den Jahren der Stalinschen Willkürherrschaft und des totalitären Staates in Kirgisistan etwa 20.000 Menschen repressiert, von denen etwa 4.000 unschuldige Menschen verschiedener Nationalitäten erschossen wurden.
Recherchen in Archiven haben ergeben, dass es sich bei den Opfern der Repressalien um Menschen im Alter von 16 bis 80 Jahren handelte, und zwar sowohl um Partei- und Staatsfunktionäre, hochgebildete Spezialisten, Kommandeure und Wissenschaftler als auch um einfache Arbeiter, Bauern und Kleinunternehmer.
Ein wichtiges Merkmal des sozialen Spektrums der Repressierten ist ihre nationale Zusammensetzung. Fünfundfünfzig Nationalitäten sind vertreten. Dem zehnbändigen Buch „Victims of Political Repressions in Kyrgyzstan (1920-1953)“zufolge belief sich die Zahl der unterdrückten Personen in Kirgisistan zwischen 1920 und 1953 auf 17.134.
Ursprünglich ging man nach Schätzungen der meisten Historiker davon aus, dass den Repressalien Stalins in den Jahren 1937-38 etwa 40.000 unserer Bürger zum Opfer gefallen seien. In diesem Zusammenhang sind weitere Arbeiten geplant, um die Zahl der unterdrückten Bürger zu konkretisieren und die Opfer der politischen Repressalien zu rehabilitieren.
Das Geheimnis von Ata-Bejit

„Ata-Bejit“ ist die einzige entdeckte geheime Begräbnisstätte in den GUS-Ländern, in der Dokumente und persönliche Gegenstände von Opfern der Repressalien nschgewiesen werden konnten.
Diese geheime Begräbnisstätte wurde 1991 dank der Hinweise von Bubura Kydyralijewa entdeckt. Der Vater von Bubura Kydyralijewa arbeitete vor dem Zweiten Weltkrieg als Wachmann im Sanatorium des NKWD und teilte erst 1978, als er im Sterben lag, seiner Tochter das Geheimnis der Grabstätte aus der Zeit der Stalinschen Repressalien mit. Während der Perestroika wandte sich Bubura Kydyralijewa an die zuständigen Behörden, um eine Untersuchung zu veranlassen. Bei den Ausgrabungen wurden Schädel mit Einschusslöchern und Fragmente von Kleidungsstücken mit erhaltenen Urteilsakten des „Troika“-Gerichts gefunden, das die Höchststrafe verhängte hatte - die Erschießung.
Die Leichen der Erschossenen wurden nacheinander in einen Ziegelofen im abgelegenen Örtchen Ton-Tasch geworfen", so Bolot Abdrachmanow, Doktor der Geschichtswissenschaften und Oberst ehrenhalber des Staatlichen Komitees für Nationale Sicherheit, der die Exhumierung der sterblichen Überreste von 137 Menschen leitete. Unter ihnen war Torekul Aitmatow, der Vater des berühmten Schriftstellers Tschingis Aitmatow, der den Namen „Ata-Bejit“ für die Gedenkstätte vorschlug.
Am 30. August 1991 fand eine staatliche Trauerzeremonie zur Umbettung der Überreste statt.
Im Museum „Ata-Bejit“ werden persönliche Gegenstände und Archivmaterial der Opfer der Repressalien aufbewahrt.
Historiker weisen darauf hin, dass es auf dem Territorium Kirgisistans neben „Ata-Bejit“ möglicherweise Dutzende weiterer unentdeckter Stätten gibt, zu denen Ausgrabungen und Nachforschungen angestellt werden müssten.
Staatsmänner

Im nationalen Geschichts- und Gedenkkomplex „Ata-Bejit“ sind die sterblichen Überreste prominenter Staatsmänner, die den Grundstein für die kirgisische Nationalstaatlichkeit legten, beigesetzt.
Imanaly Aidarbekow
Geboren 1894 im Dorf Artschaly, Gebiet Dsheti-Suu, Generalgouvernement Turkestan des Russischen Reiches - erschossen am 5. November 1938 in Frunse. Kirgisischer sowjetischer Staatsmann und Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, Vorsitzender des Revolutionskomitees des Autonomen Gebiets Kara-Kirgisien, Vorsitzender des Obersten Gerichts der Kirgisischen ASSR.
WeiterlesenJusup Abdrachmanow
Geboren am 28. Dezember 1901 im Dorf Tschirkei, Kreis Prshewalsk, Gebiet Dsheti-Suu, Generalgouvernement Turkestan des Russischen Reiches - erschossen am 5. November 1938 in Frunse. Kirgisischer sowjetischer Staatsmann, erster Vorsitzender des Rates der Volkskommissare der Kirgisischen ASSR.
WeiterlesenTorekul Aitmatow
Geb. 1903 im Dorf Scheker, Kreis Aulie-Ata, Gebiet Syr Darja, Generalgouvernement Turkestan des Russischen Reiches - erschossen am 5. November 1938 in Frunse. Kirgisischer sowjetischer Staatsmann, 2. Sekretär des kirgisischen Regionalkomitees der Kommunistischen Partei der Bolschewiki, Volkskommissar für Handel der Kirgisischen ASSR.
WeiterlesenBajaly Isakejew
Geboren 1897 im Dorf Ukok, Kreis Naryn, Gebiet Semiretschensk, Generalgouvernement Turkestan des Russischen Reiches - erschossen am 5. November 1938 in Frunse. Kirgisischer Staatsmann, Vorsitzender des Rates der Volkskommissare der Kirgisischen ASSR.
WeiterlesenOsmonkul Alijew
Geboren 1903 im Dorf Tscholok, Kreis Aulie-Ata, Gebiet Syr Darja, Generalgouvernement Turkestan des Russischen Reiches - erschossen am 5. November 1938 in Frunse. Einer der ersten Aufklärer Kirgisistans, Journalist, Chefredakteur der ersten kirgisischen Zeitung „Erkin-Too“.
WeiterlesenKasym Tynystanow
Geboren am 10. September 1901 im Dorf Tschyrpykty, Kreis Prshewalsk, Gebiet Semiretschensk, Generalgouvernement Turkestan des Russischen Reiches - erschossen am 6. November 1938 in Frunse. Begründer der kirgisischen Sprachkunde, einer der Begründer der modernen kirgisischen Literatur, Dichter, Dramatiker, Lehrer, Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, Journalist, der erste kirgisische Professor.
WeiterlesenMurat Salichow
Geboren 1905 im Dorf Rawat, Kreis Osch, Gebiet Fergana, Generalgouvernement Turkestan des Russischen Reiches - erschossen am 5. November 1938 in Frunse. Kirgisischer sowjetischer Staatsmann, Vorsitzender des Rates der Volkskommissare der Kirgisischen SSR, Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets der Kirgisischen SSR.
WeiterlesenErkinbek Essenamanow
Geboren 1904 im Dorf Kara-Sai, Kreis Aulie-Ata, Gebiet Syr Darja, Generalgouvernements Turkestan des Russischen Reiches - erschossen am 5. November 1938 in Frunse. Kirgisischer sowjetischer Staatsmann, Volkskommissar für Ackerbau.
WeiterlesenDiese Persönlichkeiten spielten eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Entwicklung der kirgisischen sowjetischen Nationalstaatlichkeit.
Namen der Erschossenen
Es sind die sterblichen Überreste von 137 Personen, Vertretern von 19 Nationalitäten, darunter Kirgisen, Russen, Dunganen, Chinesen, Polen und andere.
- Abdrachmanow Abdraj
- Abdrachmanow Jusup
- Abdraimow Abdukadyr
- Abdulajew Garif
- Achmet Achunow Baki Achun
- Achmetow Mamadshan
- Aidarbekow Imanaly
- Aipow Jakub Achun
- Aitmatow Torekul
- Akimow Azim Achun
- Alijew Ibraim
- Alijew Osmonkul
- Alimow Aziz Achmetshanowitsch
- Andres Sergej Michailowitsch
- Azizov Achmet
- Baibasunow Isa
- Baibasunow Sartbaj
- Bakijew Mamut Achun
- Beloschizkij Boris Wassiljewitsch
- Belousow Iwan Zacharowitsch
- Bengard Fjodor Jegorowitsch
- Bergman Pjotr Juliusowitsch
- Borowoj Iwan Grigorjewitsch
- Bulatow Abdrachman
- Bulatow Jusup Izchakowitsch
- Chodshanow Mamet
- Chodshimamabajew Sabit
- Chudajberdijew Ibraim
- Chunlawa Charti
- Dejs Friedrich Gottfriedowitsch
- Dostajew Toktosun
- Dshamansarijew Asanbaj
- Dshawgoschpajew Umuraly
- Dshienbajew Hasan
- Dshumajew Omor
- Essenamanow Erkinbek
- Essenamanow Tagai
- Golzew Pjotr Nikolajewitsch
- Gorbatschowskij Wladislaw Julianowitsch
- Imanbajew Mukasch
- Imin Achunow Ismet
- Isakejew Bajaly
- Ismailow Ibraim Achun
- Ismailow Sakmambet
- Ismailow Tochta Achun
- Janischewskij Alexander Nikolajewitsch
- Janzen Heinrich Heinrichowitsch
- Jazkowskij Bronislaw Stefanowitsch
- Juldaschew Karimdshan
- Jurtschew Boris Jemeljanowitsch
- Jusup Achunow Sadyk Achun
- Jusupow Abdulla
- Jusupow Scharip Achun
- Kambarow Kurman
- Kan-Taj-Dju
- Karimow Jusup
- Kaschewarow Sergej Afanasjewitsch
- Katschibekow Abdulla
- Kenenbajew Kerim
- Kirgisbajew Bachirdin
- Kotljarow Daniil Iwanowitsch
- Krenizkij Ljudwig Kasimirowitsch
- Kulnasarow Nurkul
- Kuzmin Josif Iwanowitsch
- Lepin Artur Janowitsch
- Li-Ha Sami
- Lizenmaier Wladimir Augustowitsch
- Lju-She-Tschin
- Ljufing Jegor Jemelianowitsch
- Ljuft Alexander Alexandrowitsch
- Ljuft Konstantin Alexandrowitsch
- Lu-Tschan-Toi
- Luzanow Michail Nikolajewitsch
- Lwow Pawel Konstantinowitsch
- Magaj Andrej Innokentjewitsch
- Magaz Arzy
- Mametow Achmet
- Mamojarow Kadyr
- Meldenberger Josif Iwanowitsch
- Miller Theodor Theodorowitsch
- Muchamedow Aschim
- Muldogazijew Akimchan
- Murabedinow Idait-Achun
- Musabajew Aschur Achun
- Nasyrow Bachtin
- Nasyrow Majljakuli
- Nur Achunow Kurman Achun
- Nurdinow Gapirdshan
- Nurmatow Kerim
- Omurkulow Dshorobek
- Oschurow Ait Achun
- Polinkasch Andrej Ambrosowitsch
- Prochorow Grigorij Antonowitsch
- Richter Michail Eduardowitsch
- Sagynbajew Kasym
- Sakenow Nijazaly
- Salichow Murat
- Sarbanow Tschengisch
- Schabdambekow Umaraly
- Schafikow Schakir Galimowitsch
- Schamurzin Sultankul
- Scharipow Sadyk
- Schewelew Alexander Iwanowitsch
- Schorukow Koshokan
- Serkibajew Nurdin
- Skalizkij Josif Franzewitsch
- Sufijew (Sopijew) Imin
- Sulejmanow Tschekusch
- Sultanbekow Eschbaj
- Talipow Jusup
- Tarantschenko Grigorij Filippowitsch
- Tarkowski Biakij Adzilowitsch
- Tascha-Achunow Jusup Achun
- Tochtachunow Ismail Achun
- Tochtajew Bakry
- Tochtajew Sydyk
- Toktosunow Musa
- Tschalow Samat
- Tschengazijew Alybaj
- Tschepizubow Pjotr Pawlowitsch
- Tschonbaschew Sydyk
- Tschormakow Achmatbek
- Tschurukow Alachun
- Turdachunow Tochta-Achun
- Turdijew Imin Achun
- Turdy-Achunow Achmat Achun
- Tynystanow Kasym
- Usmanow Usain
- Wall Wilhelm Dawidowitsch
- Wan-Dzi-Wan-Tschan-Lin
- Wan-Lin-Wan
- Yun-San-Sin
- Zaidel Notta Jankel Berkowitsch
- Zinowjew Jakow Pawlowitsch
- Zulfibajew Dali
- Zunun Dawlet
- Zununow Hasan Achun
- Unbekannte Frau
Der Brief der „Dreißig“
Der nationale Geschichts- und Gedenkkomplex „Ata-Bejit“ verfügt im Museum der Repressalien weiterhin über Informationen zu Vertretern politischer und sozialer Kreise, die in den 1920er bis 1950er Jahren Opfer von Verfolgungen wurden.
Die Autoren warfen der Führung des kirgisischen regionalen Parteikomitees vor, keine konsequente Politik der Förderung der nichtrussischen Bevölkerung zu betreiben, nicht ausreichend energische Maßnahmen zur Verbesserung des öffentlichen Bildungswesens zu ergreifen. Sie wiesen auf eklatante Fakten der Übernahme von Funktionen sowjetischer, staatlicher Organe durch Parteikomitees hin. Der Aufbau des Partei- und Sowjetapparates basiere nicht auf Professionalität, es käme zur Ernennung von Personen mit geringen Kenntnissen der lokalen Besonderheiten und ohne ausreichende Führungskompetenz. Das Hauptziel der Antragsteller bestand darin, das regionale Parteikomitee Personen zu befreien, die die Gegner der Verfasser der Erklärung unterstützten und durch das Zentrum eingesetzt worden waren.
Der Ideengeber der „Dreißig“ und Verfasser der Erklärung war Abdykerim Sydykow. Die Erklärung wurde von I. Arabajew, A. Orozbekow, I. Aidarbekow, S. Tschukin und weiteren unterzeichnet. Im Jahr 1925 wurden einige Führer der „Dreißig“ aus der Partei ausgeschlossen und von ihren Führungstätigkeiten entbunden. A. Sydykow wurde aus der Republik nach Taschkent abgeschoben und zur Brwährung in die Produktion versetzt. In den Jahren 1937-1938 wurden die Verfasser der Erklärung verurteilt und erschossen.
Repressalien gegenüber Frauen
Nicht nur Männer, sondern auch Frauen waren Repressalien ausgesetzt. Am 15. August 1937 wurde der NKWD-Befehl Nr. 00486 erlassen, er betraf die Ehefrauen von Vaterlandsverrätern und „Volksfeinden“.
In der gesamten UdSSR gab es 428 GULAG-Lager. Vier davon waren für Frauen bestimmt: Die Lager Temljakowskij und Temnikowskij in Russland, ALSHIR im Gebiet Akmola in Kasachstan und das Lager „Shany-Sher“ in der Nähe von Frunse, der Hauptstadt der Kirgisischen SSR.
Aus den Archiv- und Dokumentationsdaten zum Buch „Жертвы политических репрессий в Кыргызской Республике (1920-1953) - Opfer politischer Repressalien in der Republik Kirgisistan“ geht hervor, dass in der Republik insgesamt etwa 700 Frauen Repressalien ausgesetzt waren, von ihnen wurden 34 erschossen.
Repressalien gegenüber Militärangehörigen
Auch die sowjetischen Streitkräfte wurden in der sowjetischen Gesellschaft Objekt der Repressalien.
Die militärischen Repressalien in Kirgisistan begannen faktisch in der zweiten Hälfte des Jahres 1936 und verschärften sich nach der „militärisch-faschistischen“Verschwörung von Marschall Tuchatschewski und sieben weiteren Militärkommandeuren im Mai-Juni 1937.
In der Kirgisischen SSR wurden Hunderte von Rotarmisten Opfer von Gesetzlosigkeit und falschen Anschuldigungen. Die politischen Repressalien richteten sich in erster Linie gegen den Führungsstab. Die meisten Opfer der Repressalien in der Roten Armee in Kirgisistan waren Mitglieder der Sozialturanischen Partei, deren Fall vom Militärkollegium des Obersten Gerichtshofs der UdSSR verhandelt wurde. In den Jahren 1937-1938 wurden 44 Militärkommandeure, die an der Spitze von Einheiten der Roten Armee standen, wegen ihrer Zugehörigkeit zum „militärischen Zweig“ der Sozialturanischen Partei (STP) Repressalien unterzogen. Unter ihnen waren prominente Persönlichkeiten des Landes, die ersten eigenen ausgebildeten Militärkader. Das Buch „Жертвы политических репрессий в Кыргызской Республике (1920-1953) - Opfer politischer Repressalien in der Republik Kirgisistan““spricht vom insgesamt 593 Militärangehörigen in der Republik als Opfer von Repressalien. Diese Politik hat dem System der militärischen Formationen der Roten Armee in der Republik schweren Schaden zugefügt.
Auch die NKWD-Organe waren Ziel des Terrors. Insgesamt waren nach Berechnungen von Forschern mehr als 20 Tausend Tschekisten in der UdSSR Repressalien ausgesetzt. Laut dem Buch «Жертвы политических репрессий в Кыргызской Республике (1920-1953)» – «Opfer politischer Repressionen in der Kirgisischen Republik (1920-1953)» betraf das 284 Vollzugsbeamte, darunter 125 NKWD-Offiziere.
Eine wichtige Aufgabe der heutigen Gesellschaft besteht darin, die historischen Ereignisse objektiv zu bewerten, Lehren daraus zu ziehen und das Andenken an die Opfer der stalinistischen Repressalien in Ehren zu halten. Heute sind viele Opfer der stalinistischen Repressalien rehabilitiert und ihre Ehre wiederhergestellt. Eine neue Etappe im Rehabilitationsprozess steht bevor.