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Ata-Bejit

Teil II

Der nationale Befreiungsaufstand von 1916

Das 2016 zum 100. Jahrestag des Großen Ürkün eröffnete Mahnmal.

Das Ürkün-Mahnmal
Das Ürkün-Mahnmal
Aufstand
1916
Eröffnung
2. September 2016
Höhe des Tündük
21 m
Auf dieser Seite
  1. Das Ürkün-Mahnmal
  2. Der Aufstand von 1916
  3. Urheber der Gedenkstätte und Gedenktag

Hundert Jahre nach den tragischen Ereignissen von 1916 wurde eine Gedenkstätte für die Toten des Volksbefreiungsaufstandes eingeweiht. Sie erinnert an die größte Tragödie, die als "Urkun" in die Geschichte einging und Hunderttausende unserer Landsleute das Leben kostete. Hundert Jahre sind vergangen, aber die Erinnerung an das, was unserem Volk damals widerfuhr, lebt in jeder kirgisischen Familie weiter.

Das Ürkün-Mahnmal

Das Mahnmal symbolisiert die Trauer um die Opfer. Die leeren Steigbügel sind ein Symbol für die toten Reiter, für alle, die ihr Leben für Freiheit und Gerechtigkeit gaben. Die Geräusche, die sie machen, sind ein Echo jener großen Tragödie. Es sind die Stimmen derer, die vor den Peinigern flohen, die auf den hohen Bergpässen starben, die in der Fremde hungerten und Demütigungen erleiden mussten... Tausende und Abertausende von in der Blüte ihrer Jahre beendeter Leben.... Tausende und Abertausende von toten Kindern, Frauen und Alten …

Gleichzeitig symbolisiert die Gedenkstätte das Streben des Volkes nach Unabhängigkeit und trägt die positive Botschaft von Freiheit, die den Preis vieler Opfer und Entbehrungen trägt.

Der Aufstand von 1916

Im 19. Jahrhundert hatten die meisten Kirgisen freiwillig die russische Staatsbürgerschaft angenommen. Der Aufstand begann im August 1916. Wie bekannt, war der unmittelbare Grund für den Aufstand der Erlass vom 25. Juni 1916 über die Zwangsmobilisierung der männlichen Bevölkerung der Region Turkestan für rückwärtige Arbeiten. Nach der Erschießung von gegen die umfangreiche Mobilisierung eintretenden Personen durch die Polizei am 4. Juli 1916 in Chodshent breitete sich der Aufstand auf das gesamte Gebiet der Region Turkestan aus. Anfang Juli hielten sowohl die ländliche sesshafte als auch die nomadische Bevölkerung der Region Versammlungen ab, in denen beschlossen wurde, diesem Befehl nicht zu folgen. In einigen Orten schlugen die Unruhen in offenen Widerstand gegen die Kolonialbehörden um, es kam zur Besetzung lokaler Verwaltungsbüros, zur Vernichtung von Listen der der Mobilisierung unterliegenden Bevölkerung und zu Zusammenstößen mit der Polizei und den Armeeeinheiten, wobei es auf beiden Seiten Verletzte und Tote gab. Das Ausmaß und die Aktivität dieser Unruhen führten sogar zum vorübergehenden Ausfall der Telefonverbindung zwischen der Region Turkestan und dem europäischen Teil des Russischen Reiches.

Die schwierige Lage in der Region zwang die Kolonialbehörden, am 17. Juli 1916 das Kriegsrecht über den Militärbezirk Turkestan zu verhängen. Besonders schwierig gestaltete sich die Unterdrückung der „Rebellen“ in den Gebieten mit nomadischer Bevölkerung, insbesondere im Gebiet der Semiretschensk, denn die nomadische Bevölkerung zeichnete sich durch größere Mobilität aus und wechselte schnell ihren Standort.

Anfangs setzten die Kolonialbehörden zur Durchführung von Strafmaßnahmen und zur Unterdrückung des Volksaufstands im Gebiet Turkestan selbst stationierte Elitetruppen, Polizeikräfte, Kosakenabteilungen und bewaffnete Übersiedler ein, doch mit der Zeit reichten diese Kräfte aufgrund des Ausmaßes und der Aktivität des Volksaufstands spürbar nicht mehr aus. Daher forderte der Militärgouverneur der Region Turkestan, General M. A. Folbaum, bereits Anfang August 1916 beim Kommando die Entsendung weitere Truppen an, da sich „die Situation kurzfristig ändern und die gesamte russische Angelegenheit in Semiretschje zusammenbrechen könnte“. Die Verstärkung kam aus den an Turkestan angrenzenden russischen Gebieten, in erster Linie aus Sibirien. Die militärischen Formationen wurden von kampferfahrenen Männern befehligt.

Bekanntlich war Russland zu dieser Zeit in für das Land schwierige militärische Operationen im Westen verwickelt, es beteiligte sich mit seinen Blockverbündeten am Ersten Weltkrieg, und man konnte nicht davon sprechen, dass das erfolgreich gewesen sei. Der Krieg erforderte enorme materielle, menschliche und finanzielle Ressourcen. Die Mobilisierung der männlichen Bevölkerung für die Front ging auf Kosten des Hinterlands des riesigen Imperiums. In den Fabriken, Betrieben, auf dem Land herrschte akuter Mangel an Arbeitskräften. Der Verlust der Ernährer der Familien an den Fronten des Weltkriegs, die schwierige wirtschaftliche Lage im Land, die aktive Verbreitung revolutionärer Theorien schufen die Grundlage für eine soziale Explosion und die Zerstörung der Staatsmacht und des Riesenimperiums in Russland selbst.

Die Idee der Organisatoren bestand darin, die männliche Bevölkerung Turkestans für rückwärtige Arbeiten zu mobilisieren und den Mangel an Arbeitskräften im Hinterland bis zu einem gewissen Grad zu beheben und somit zur Stabilisierung der russischen Wirtschaft beizutragen. Infolge der Ereignisse in Turkestan konnten jedoch statt der erwarteten 480 Tausend nur etwas mehr als 100 Zausend Mann für die rückwärtigen Arbeiten mobilisiert werden.

Bis Mitte August 1916 gelang es, gestützt auf gut ausgebildete und schwer bewaffnete reguläre Truppen zu Fuß und zu Pferd, auf Kosakenabteilungen mit Maschinengewehren und Artillerie, die Unterstützung durch Freiwillige aus den Reihen der russischen Umsiedler bekamen, die wichtigsten Herde der Aufstände einzugrenzen. Ein Teil der aufständischen Kirgisen in Semiretschje flüchtete mit ihren Familien und den verbliebenen Nomadenwirtschaften in die Berge, aber auch dort verfolgten die entsandten Strafkommandos die Menschen, indem die die Bergwege blockierten, und töteten jeden, dessen sie habhar wurden.

Die aufständischen Kirgisen verfügten über verschiedenste Waffen, vor allem auf langen Stöcken befestigte Gabeln und Äxten sowie Feuersteindolche. Einige der Aufständischen besaßen russische Trophäen — Flinten, die sie im Kampf erbeutet hatten.

Die Aufständischen zogen in der Regel mit ihren Familien und Wirtschaften, hatten keine Ahnung von Kriegskunst und waren nicht organisiert. Daher konnten sie sich gegen die gut bewaffneten, ausgebildeten und organisierten Straftruppen nicht behaupten, selbst wenn sie manchmal zahlenmäßig um ein Vielfaches überlegen waren. Auf beiden Seiten gab es Opfer, aber die Verluste der Aufständischen waren unverhältnismäßig höher.

Militärische Feldgerichte, die bei den Strafkommandos eingerichtet wurden, verhängten gegen gefangene Rebellen oder der Teilnahme an der Rebellion verdächtigte Einheimische Todesurteile.

Die Konfrontation zwischen den Kriegsparteien wurde von beiden Seiten mit äußerster Brutalität und ohne jegliche moralische Schranken ausgetragen.

Mit dem Abstand von 100 Jahren betrachtet wird deutlich, dass die Tragödie von 1916 das unmittelbare Ergebnis von jahrhundertelangen innernen Streitigkeiten und Unruhen sowie fehlender Einigkeit war. Es war einer der kritischsten Momente in der Geschichte Kirgisistans.

Das war wirklich eine erstaunliche Geschichte der Wiederaufstiegs aus der Asche. Die Geschichte, wie das Volk nach einer so schrecklichen Tragödie zusammenfinden und einen gewaltigen Weg der wirtschaftlichen und soziokulturellen Entwicklung zurücklegen konnte.

Urheber der Gedenkstätte und Gedenktag

Die Autoren der Stätte „100 Jahre Gedenken an den nationalen Befreiungsaufstand ‚Urkun‘ „ sind Architekten Ulanbek Abykejewitsch Bejschenbajew, Träger des Toktogul-Staatspreises, sowie Muratbek Ischenbekowitsch Bejschenbajew sowie Mirbek Ischenbajewitsch Behschenbajew.

Zum Gedenken an die Opfer des nationalen Befreiungsaufstandes von 1916, der größten Tragödie, die als „Urkun“ in die Geschichte einging, wurde am 2. September 2016 die Gedenkstätte „Urkun“ eingeweiht.

Durch einen Beschluss des Dshogorku Kenesch (des Obersten Sowjets) der Kirgisischen Republik vom 18. April 2008 wurde der erste Freitag im August zum Gedenktag für die Opfer des nationalen Befreiungsaufstandes von 1916 erklärt.