Das Geheimnis von Ata-Bejit
„Ata-Bejit“ ist die einzige entdeckte geheime Begräbnisstätte in den GUS-Ländern, in der Dokumente und persönliche Gegenstände von Opfern der Repressalien nschgewiesen werden konnten.
Diese geheime Begräbnisstätte wurde 1991 dank der Hinweise von Bubura Kydyralijewa entdeckt. Der Vater von Bubura Kydyralijewa arbeitete vor dem Zweiten Weltkrieg als Wachmann im Sanatorium des NKWD und teilte erst 1978, als er im Sterben lag, seiner Tochter das Geheimnis der Grabstätte aus der Zeit der Stalinschen Repressalien mit. Während der Perestroika wandte sich Bubura Kydyralijewa an die zuständigen Behörden, um eine Untersuchung zu veranlassen. Bei den Ausgrabungen wurden Schädel mit Einschusslöchern und Fragmente von Kleidungsstücken mit erhaltenen Urteilsakten des „Troika“-Gerichts gefunden, das die Höchststrafe verhängte hatte - die Erschießung.
Die Leichen der Erschossenen wurden nacheinander in einen Ziegelofen im abgelegenen Örtchen Ton-Tasch geworfen", so Bolot Abdrachmanow, Doktor der Geschichtswissenschaften und Oberst ehrenhalber des Staatlichen Komitees für Nationale Sicherheit, der die Exhumierung der sterblichen Überreste von 137 Menschen leitete. Unter ihnen war Torekul Aitmatow, der Vater des berühmten Schriftstellers Tschingis Aitmatow, der den Namen „Ata-Bejit“ für die Gedenkstätte vorschlug.
Am 30. August 1991 fand eine staatliche Trauerzeremonie zur Umbettung der Überreste statt.
Im Museum „Ata-Bejit“ werden persönliche Gegenstände und Archivmaterial der Opfer der Repressalien aufbewahrt.
Historiker weisen darauf hin, dass es auf dem Territorium Kirgisistans neben „Ata-Bejit“ möglicherweise Dutzende weiterer unentdeckter Stätten gibt, zu denen Ausgrabungen und Nachforschungen angestellt werden müssten.