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Ata-Bejit

Das Geheimnis · 1938–1991

Ein halbes Jahrhundert gehütetes Geheimnis

Die Grabstätte der 1938 in Tschong-Tasch Erschossenen blieb 53 Jahre lang ein Geheimnis. Das Vermächtnis eines Wächters enthüllte es.

Das Denkmal in Form eines Tündük und die Namenstafeln
Das Denkmal in Form eines Tündük und die Namenstafeln

Tochter, auf dem Hügel, von dem der üble Geruch kam und wo nachts ein Licht zu sehen war, liegen die Besten des kirgisischen Volkes. Wenn die Zeit gekommen ist und bessere Tage anbrechen, erzähle es, Tochter.

Aus den Erinnerungen von Bübüjra Kydyralijewa

Chronologie

  1. 1937–1938

    Der Große Terror

    Politische Massenrepressalien in der UdSSR. In Kirgisistan wurden Tausende verhaftet und erschossen.

  2. 1938

    Erschießungen in Tschong-Tasch

    Im November wurden 137 Menschen, darunter Gründer der kirgisischen Sowjetstaatlichkeit, in Tschong-Tasch erschossen und heimlich in einem Ziegelofen verscharrt.

  3. 1991

    Das Geheimnis wird gelüftet

    Bübüjra Kydyralijewa enthüllte das Vermächtnis ihres Vaters, das Geheimnis des Ortes kam ans Licht. Am 12. Juni begann die Exhumierung.

  4. 30.08.1991

    Umbettung

    Die Überreste wurden mit staatlichen Ehren beigesetzt, der Ort erhielt den Namen Ata-Bejit. Am nächsten Tag erklärte Kirgisistan seine Unabhängigkeit.

  5. 2000

    Eröffnung des Komplexes

    Der Gedenkkomplex Ata-Bejit wird eröffnet.

Das Geheimnis von Ata-Bejit

„Ata-Bejit“ ist die einzige entdeckte geheime Begräbnisstätte in den GUS-Ländern, in der Dokumente und persönliche Gegenstände von Opfern der Repressalien nschgewiesen werden konnten.

Diese geheime Begräbnisstätte wurde 1991 dank der Hinweise von Bubura Kydyralijewa entdeckt. Der Vater von Bubura Kydyralijewa arbeitete vor dem Zweiten Weltkrieg als Wachmann im Sanatorium des NKWD und teilte erst 1978, als er im Sterben lag, seiner Tochter das Geheimnis der Grabstätte aus der Zeit der Stalinschen Repressalien mit. Während der Perestroika wandte sich Bubura Kydyralijewa an die zuständigen Behörden, um eine Untersuchung zu veranlassen. Bei den Ausgrabungen wurden Schädel mit Einschusslöchern und Fragmente von Kleidungsstücken mit erhaltenen Urteilsakten des „Troika“-Gerichts gefunden, das die Höchststrafe verhängte hatte - die Erschießung.

Die Leichen der Erschossenen wurden nacheinander in einen Ziegelofen im abgelegenen Örtchen Ton-Tasch geworfen", so Bolot Abdrachmanow, Doktor der Geschichtswissenschaften und Oberst ehrenhalber des Staatlichen Komitees für Nationale Sicherheit, der die Exhumierung der sterblichen Überreste von 137 Menschen leitete. Unter ihnen war Torekul Aitmatow, der Vater des berühmten Schriftstellers Tschingis Aitmatow, der den Namen „Ata-Bejit“ für die Gedenkstätte vorschlug.

Am 30. August 1991 fand eine staatliche Trauerzeremonie zur Umbettung der Überreste statt.

Im Museum „Ata-Bejit“ werden persönliche Gegenstände und Archivmaterial der Opfer der Repressalien aufbewahrt.

Historiker weisen darauf hin, dass es auf dem Territorium Kirgisistans neben „Ata-Bejit“ möglicherweise Dutzende weiterer unentdeckter Stätten gibt, zu denen Ausgrabungen und Nachforschungen angestellt werden müssten.

Der Namen gedenkenOpfer der stalinistischen Repressalien